Boots-Trailer

Ausnahme-Regelung für das Fahrverbot an Sonn- und Feiertagen.
Von Delf Erik Norden


Der Transport von Booten auf Trailern und Anhängern ist grundsätzlich jederzeit -also auch an Sonn- und Feiertagen- erlaubt, wenn das ziehende Fahrzeug ein Fahrzeug ist, das nicht als Lastkraftwagen eingestuft ist. Für Lastkraftwagen gilt ein Fahrverbot an Sonn- und Feiertagen. 

 

Es gibt jedoch eine Ausnahme-Regelung:
Das Sonntagsfahrverbot gilt unbeschadet Paragraph 30, Absatz 3 Straßenverkehrsverordnung (StVO) nicht für Wohnwagenanhänger und Anhänger, die zu Sport- und Freizeitzwecken hinter Lastkraftwagen mit einer zulässigen Gesamtmasse bis zu 3,5 to geführt werden.
Hierzu auszugsweise ein Schreiben des Ministeriums für Bauen und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen vom 13.02.2008.
Die für Wassersportler wichtige Regelung findet sich in Ziffer 1, Punkt 1.6.


Trailer-Kfz-Steuer-Tüv

Für Sportzwecke genutzt, ist der Trailer von der Kfz-Steuer befreit und darf deshalb auch mit nichts anderem als mit einem Boot beladen werden. Er gilt als eigenständiges Fahrzeug, für das bei der örtlichen Zulassungsstelle ein eigenes Nummernschild zu beantragen ist. Alle zwei Jahre muss der Bootstrailer dem TÜV vorgeführt werden.

Bei einem in Serie gefertigten Trailer kümmert sich der Hersteller um die Allgemeine Betriebserlaubnis (ABE). Von der wird beim Kauf ein Dokument mitgegeben, das einem Kraftfahrzeugbrief vergleichbar ist. In dem steht alles, was bei der Nutzung zu beachten ist: Zulässiges Gesamtgewicht, zulässige Stützlast am Kupplungspunkt, zulässige Achslast, Spurbreite (ggf.), Betriebsbremsanlage, Abmessungen und weitere Betriebsvorschriften und technische Angaben. Diese werden dann bei der Zulassungsstelle in die Zulassung (Anlage zur ABE) übernommen. Während der Trailerfahrt sind beide Dokumente mitzuführen.

 

Kund Jansen hat weitere Infos zum Thema Boots-Trailer zusammengestellt. Nachzulesen im Online-Raumschots Journal Teil 1 ab Seite 60!


 

Tempo 100 für Gespanne

Mit Wirkung vom 21.10.2005 der dritten Verordnung zur Änderung der 9. Ausnahmeverordnung zur StVO, ausgegeben vom Bundesminister für Verkehr, Bau- und Wohnungswese, hat sich folgende Regelung ergeben :

Die Voraussetzungen für die Zulässigkeit von Tempo 100 für Kfz-Anhänger-Kombinationen auf Autobahnen und Kraftfahrstraßen wurden an die technische Entwicklung der Fahrzeuge angepasst. Folgende wesentliche Änderungen gibt es :


  1. Die Bindung an ein bestimmtes Zugfahrzeug ist entfallen.
  2. Am Zugfahrzeug muss keine Tempo 100 Plakette mehr angebracht sein.
  3. Die einzuhaltenden Massenverhältnisse wurden für bestimmte Kombinationen erhöht.

Die neue Regelung:
Wenn folgende Voraussetzungen erfüllt sind, dürfen Kfz-Anhänger-Kombinationen auf Bundesautobahnen und Kraftfahrstraßen 100km/h schnell fahren. Auf Landstraßen außerhalb geschlossener Ortschaften gilt für Pkw mit Anhänger und LKW bis 3,5 t Gesamtgewicht mit Anhänger nach wie vor Tempo 80. 

 

1. Voraussetzung: Das Zugfahrzeug...
...muss entweder beschrieben sein als

  1. Kraftomnibus bis 3,5 t Gesamtgewicht und Tempo 100-Genehmigung oder
  2. anderes mehrspuriges Kraftfahrzeug mit maximal 3,5 t Gesamtgewicht
  3. alle Fahrzeuge
  4. PKW
  5. müssen mit ABS ausgerüstet sein

2. Voraussetzung: Der Anhänger...
...muss

  1. für eine Höchstgeschwindigkeit von 100 km/h geeignet sein.

3. Voraussetzung: Die Anhängerbereifung...

  1. darf nicht älter als 6 Jahre sein (DOT), danach Reifen erneuern
  2. müssen mindestens den Geschwindigkeitsindex L (120 km/h) aufweisen
  3. darf keinen Tragfähigkeitszuschlag für den Anhängerbetrieb in Anspruch nehmen

4. Voraussetzung: Masseverhältnis


Die zulässige Gesamtmasse des Anhängers (zG Anh) darf folgenden Wert nicht überschreiten:

zG Anh = X   x   m Zugfz leer

mit  m Zugfz leer = Leermasse Zugfahrzeug

Für X gelten in Abhängigkeit von der technischen Ausstattung der Kombination folgende Werte:

Technische Ausrüstung des Anhängers

ohne Bremse und ohne hydraulische Stoßdämpfer

mit Bremse und hydraulischen Stoßdämpfern

Wohnwagen

andere Anhänger

0,3

0,8 bzw. 1,0*

1,1 bzw. 1,2*

 

Die mit  * versehenen Werte dürfen in Anspruch genommen werden wenn:

einer Stabilisierungseinrichtung für Zentralachsanhänger (Schlingerkupplung) ausgerüstet ist, für die der Nachweis der Einhaltung der ISO 11555-1 vorliegt oder
mit einem anderen Bauteil bzw. einer selbständigen technischen Einheit ausgestattet ist, bei der durch eine ABE oder ein Teilegutachten nachgewiesen ist, dass der Betrieb einer Kombination bis Tempo 120 km/h verbessert wird,

oder das Zugfahrzeug…

… ein spezielles fahrdynamisches Stabilitätssystem für den Anhängerbetrieb hat, für das eine Herstellerbestätigung über die Verbesserung der Fahreigenschaften des Gespanns bis 120 km/h vorliegt.

In jedem Fall gilt, dass die zulässige Anhängermasse nicht größer sein darf als die zulässige Gesamtmasse und die zulässige Anhängelast des Zugfahrzeugs.

 

5. Voraussetzung 

 

Erstausrüstung : 

Der Hersteller bereitet den Anhänger ab Werk auf Tempo 100 km/h vor. 

Nachrüstung :

Bei Erfüllung der Voraussetzung für Anhänger wird dieser dem TÜV, DEKRA oder GTÜ vorgestellt. Die Sachverständigen stellen ein Gutachten für Tempo 100 km/h aus.

Hat der Anhänger keine eigene Fahrdynamik-Stabilisierungseinrichtung nach 4. und sollen die erhöhten Xwerte 1,0 oder 1,2 in Anspruch genommen werden, muss im Fahrzeugschein des Zugfahrzeugs eingetragen sein, dass das Fahrzeug mit einem Stabilisierungssystem ausgestattet ist, das den Betrieb des Fahrzeugs mit Anhänger bei hoher Geschwindigkeit verbessert.

6. Voraussetzung: 100 km/h Plakette


Unter Vorlage des Gutachten von TÜV, DEKRA oder GTÜ können Sie bei der Zulassungsstelle die Ausnahmegenehmigung für den 100 km/h - Betrieb und die gesiegelte Tempo 100 Plakette beantragen. Erst nachdem Sie diese Plakette an der Rückseite Ihres Anhängers angebracht haben, können Sie die Tempo 100 Regelung nutzen. Die Bescheinigung gilt nur für diesen Anhänger und ist mit den Kfz-Papieren permanent mitzuführen.